​​

Welches sind die Voraussetzungen für die Anerkennung?
Nur jene Schulen werden anerkannt, die sich verpflichten, ihre europäische Spezifizität auszubauen und zu fördern, indem sie einerseits ihren Schülern die gleiche Unterrichtsart wie an den Europäischen Schulen und andererseits die Chancengleichheit der Schüler mit Blick auf die Vorbereitung auf das Europäische Abitur mittels einer strikten Anwendung der Bestimmungen über das Europäische Abitur für die Klassen sechs und sieben des Sekundarbereichs garantieren (siehe grundlegende Texte)

Die pädagogische Äquivalenz der an den anerkannten Europäischen Schulen angebotenen Erziehung mit der Erziehung der Europäischen Schulen muss für jede Klasse derart gesichert werden, dass sie den Schülern der anerkannten Europäischen Schulen die gleichen Rechte zuerkennt wie die der Schüler der Europäischen Schulen gemäß Artikel 5 der Vereinbarung über die Satzung der Europäischen Schulen, die am 21. Juni 1994 in Luxemburg unterzeichnet wurde.

Welche Phasen umfasst das Anerkennungsverfahren?
Gemäß dem Formular in Anhang I des Regelwerks unterbreitet der Mitgliedstaat ein Dossier allgemeinen Interesses, in dem er das Projekt, die zugrundeliegenden Beweggründe sowie die Mittel erörtert, die er zur Umsetzung des Projekts einsetzen wird.

Das Dossier wird dem Obersten Rat, der sich hierzu mit einer Zweidrittelmehrheit äußert, gemeinsam mit einer entsprechenden Stellungnahme des gemischten Inspektionsausschusses unterbreitet.

Im Falle eines positiven Bescheids des Obersten Rates unterbreitet die sich bewerbende Schule gemäß dem Formular in Anhang II dieses Regelwerks ein Konformitätsdossier.
Das Dossier wird dem Obersten Rat, der sich hierzu mit einer Zweidrittelmehrheit äußert, gemeinsam mit einer entsprechenden Stellungnahme des gemischten Pädagogischen Ausschusses unterbreitet.

Im Falle eines positiven Bescheids des Obersten Rates zum Konformitätsdossier unterzieht sich die Schule, die sich um die Anerkennung bemüht, einem vorabgehenden Audit durch den gemischten Inspektionsausschuss.
Der gemischte Inspektionsausschuss stellt einen Audit-Ausschuss aus höchstens vier Inspektoren/innen zusammen.
Die Europäischen Schulen beschließen nach Maßgabe des Profils und der Struktur der Schule über die Zusammenstellung des Audit-Teams.
Die Bewerberschule übermittelt dem Audit-Ausschuss im Vorfeld des Audits einen Selbstbeurteilungsbericht. Dieser Bericht wird nach Anleitung des Formulars in Anhang III dieses Regelwerks verfasst.
Nach Einsicht des Selbstbeurteilungsberichts stattet der Audit-Ausschuss der Bewerberschule einen Besuch ab, zu dessen Anlass er sämtliche einschlägigen Informationen zur Kenntnis nimmt und mit Blick auf die Audit-Zielsetzungen zweckdienlichen Fragen stellt.
Der Audit-Ausschuss erstellt einen Audit-Bericht, in dem er den allgemeinen Kriterien und Indikatoren gemäß Anhang IV des Regelwerks Rechnung trägt.
Dieser Bericht wird der Bewerberschule zur Einsicht und ggf. Kommentierung übermittelt.
Der endgültige Audit-Bericht wird gemeinsam mit den Anmerkungen der Bewerberschule und der Stellungnahme des gemischten Inspektionsausschusses dem Obersten Rat und dem gesetzlichen Vertreter der Bewerberschule unterbreitet.

Die Anerkennung der Bewerberschule erfolgt lediglich auf einvernehmlichen Beschluss des Obersten Rates.
Die Anerkennung wird für einen erneuerbaren Zeitraum von drei Jahren gewährt, der notwendigerweise am Tag des Schuljahresbeginns zu laufen beginnt.

Der Beschluss über die Gewährung der Anerkennung setzt automatisch voraus, dass der Generalsekretär befugt ist, die Anerkennungsvereinbarung zu unterzeichnen.

Für weitere Informationen hierzu wird auf Kapitel II des Regelwerks ​„Anerkannte Europäische Schulen“ verwiesen.

Wozu dient das Anerkennungsabkommen?

Mit dem Anerkennungs- und Kooperationsabkommen soll zwischen zwei völlig unabhängigen Einrichtungen (die Schule, die die Anerkennung wünscht, und der Oberste Rat der Europäischen Schulen) eine flexible Verbindung hergestellt werden, um die Einheitlichkeit und die bestmögliche Qualität des europäischen Unterrichts in den Mitgliedstaaten der Europäischen Union zu gewährleisten.
Mit den gemeinsamen Unterschriften unter das Anerkennungsabkommen durch den rechtlichen Vertreter der Schule und den Generalsekretär als Vertreter des Obersten Rates wird bescheinigt, dass der Oberste Rat anerkennt, dass der von der anerkannten Europäischen Schule erteilte Unterricht dem Ausbildungsgang der Europäischen Schulen für die einzelnen Klassenstufen entspricht.
 
Dieses Abkommen erstreckt sich auf den im Rahmen der Kindergarten-, Primar- und Sekundarstufe bis zur 5. Klasse erteilten europäischen Unterricht. Es kann alle drei Jahre verlängert werden.
In einem so genannten „Zusatzabkommen“ ist der Unterricht in den Klassenstufen 6 und 7 des Sekundarbereichs geregelt, der zum europäischen Abitur führt.
Das Zusatzabkommen kann alle drei Jahre verlängert werden. ​